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Know-How / Versicherung

KSK und Freiberufler

Risiken gewerblicher Nebenjobs von Svenja Hofert

Achtung! Was vor Aufnahme eines Nebenjobs zu beachten ist

Nicht alles glauben, was Auftraggeber versprechen

Immer wieder versuchen Agenturen "freie Mitarbeiter" zu ködern, die vom Status her gar nicht freiberuflich sind: als Handelsvertreter etwa oder für Tätigkeiten im Bereich des umstrittenen MLP ("Empfehlungsmarketing").

Bloß nichts "vermischen"

Bei gemischten gewerblich-freiberuflichen Tätigkeiten: Stets die Einnahmen und die Ausgaben für die beiden Bereiche getrennt erfassen und gemischte Kosten (Arbeitszimmer, PC, Pkw) nach einem plausiblen Maßstab (Verhältnis der Nutzung oder der Umsätze) aufteilen.

Redaktionsbüros aufgepasst!

Wenn eine Person einer Berufsgemeinschaft einen gewerblichen Job hat, der den Geringfügigkeitsanteil von bis zu einem Prozent an den Gesamteinnahmen übersteigt, kann das komplette Unternehmen dadurch gewerblich werden (Abfärbetheorie bei Gesellschaften). Auch Provisionen machen ein Unternehmen gewerblich!

WWW-Tipps:

Was sind freie Berufe? Definition:www.freie-berufe.de.

Autor

Bücher schreiben ist vor allem etwas fürs Renommé: Bei Fachverlagen gibt es zehn bis 15 Prozent vom Netto-Verkaufspreis (Erstauflagen zwischen 1000 und 5000 Exemplaren), bei Publikumsverlagen zwischen fünf und zehn Prozent (Erstauflagen ab 5000 Stück). Die KSK nimmt berufsmäßige Schreiber gerne auf.

Dozent oder Trainer

Erwachsenenbildung boomt. Neben den Journalismus-Akademien bieten private Weiterbildungsinstitute Beschäftigungsmöglichkeiten, auch Volkshochschulen suchen immer, aber zahlen schlecht. Gesucht sind aktuell vor allem Trainer im Bereich IT: Doch nur so lange der Dozent journalistisches Handwerk lehrt, ist dies durch die Versicherung gedeckt. Honorar: Ab zirka 25 Euro für 45 Minuten, erfahrene Trainer verdienen bis zu 1000 Euro am Tag.

Lektor

Verlage suchen ständig freie Lektoren, vor allem im Sachbuch-Bereich. Der Job wird als freiberuflich und von der KSK als publizistisch anerkannt. Verdienst: ab 25 Euro/Stunde.

Layouter

Kleine Verlage engagieren Journalisten gerne für Text und Layout. Finanzämter anerkennen die Tätigkeit als frei, die KSK als künstlerisch im Bereich Bildende Kunst/Design. Verdienst: ab 25 Euro/Stunde.Info: Allianz Deutscher Designer, http://www.agd.de.

PR-Journalist

Pressemitteilungen schreiben ist ein oft lukratives Nebengeschäft. Die Künstlersozialkasse hat den Fachmann/Fachfrau für Öffentlichkeitsarbeit definiert und wertet solche Tätigkeiten als publizistisch. Verdienst: ab 75 Euro/Stunde, rund 250 Euro pro Pressemeldung (Übersicht bei der DPRG anfordern,
Telefon: 0228/97392-87/88).

PR-Berater

Zur Public Relations gehört viel mehr als Schreiben: etwa der Aufbau und die Pflege von Verteilern, die Konzeption oder die Beratung. Hier heißt es aufpassen: Diese Aufgaben sind über die KSK nicht abgedeckt. Bei Mischtätigkeiten den schöpferischen Anteil betonen. Verdienst: ab 90 Euro/Stunde

Texter

Für Broschüren oder Case Studies werden gerne Journalisten eingesetzt. Der Freien- und KSK-Status ist gesichert, so lange nicht Akquise oder Kundenberatung zum Job gehört. Stundensatz zwischen 60 und 120 Euro. Info: www.werbetexter.com.

Übersetzer

Journalistisch geprägte Wortbeiträge für TV-Sender und Radioanstalten gelten als "künstlerisch", ebenso Literaturübersetzungen. Alle anderen Übersetzer sowie Dolmetscher werden dagegen nicht KSK-versichert. je nach Sprache ab 1 Euro/Zeile, Literaturübersetzungen zwischen 13 und 19 Euro/Seite, Info: www.literaturuebersetzer.de.

Webdesigner

Freiberuflich oder gewerblich: Da sind sich selbst Experten nicht einig, meist jedoch wird eine gewerbliche Tätigkeit angenommen. Auch hier die Regel: Je höher der künstlerische Anteil, desto eher ist eine freie Tätigkeit argumentierbar. Auf keinen Fall sollte ein Journalist-Webdesigner zusätzlich technischen Service anbieten, etwa eine Webseite "hosten" (Platz für die Homepage vermieten) - das macht ihn in jedem Fall gewerblich.

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